Das Gesundheitswissen der Alten

Dr. Walter Andritzky

Asklepios - Ganzheitliche Kurmedizin der Antike (Teil 1)

Hippokrates - Die Vertreibung der Geister (Teil 2)

Eleusis: Initiatischer Drogenkult und abendländische Kultur (Teil 3)

Wiederentdeckung und Umwertung überlieferter Wissenssysteme im Lichte moderner Wissenschaft führen immer wieder zu faszinierenden Einsichten in die intuitive Intelligenz unserer Vorfahren. Nirgends wird dieses Erfahrungswissen heute dringlicher benötigt als im Gesundheitswesen, dessen Effizienz aufgrund von Überspezialisierung bei gleichzeitigem Verlust an menschlicher Unterstützung mehr und mehr zu wünschen übrig lässt.
Mit dieser Serie über das Gesundheitswissen alter Schriftkulturen werden diesmal weniger "schamanische" Weisheiten kleiner Stammesgruppen im Regenwald, den Steppen Afrikas oder asiatischer Nomaden unter die Lupe genommen, sondern hochorganisierte Staatswesen wie das alte Griechenland, Ägypten, Hethiter und Babylonier, Alt-Iranier und das judäochristliche Heilungswissen wie es in Bibel und Talmud überliefert ist.

Während sich inzwischen viele an Esoterik und Alternativmedizin Interessierte mit den ostasiatischen Lehren von Yoga, Ayurveda, Tao und Tantra auskennen, gibt es erstaunlich wenig Berichte zu jenen Traditionen, die uns historisch und räumlich weit näher stehen. Besonders interessierte den Autor dabei die Frage, wie das Verhältnis von Körper und Geist, das alte Problem der "Psychosomatik" von diesen Kulturen gelöst und damit in der Praxis umgegangen wurde. Da diese Sichtweise jedoch nur vom Einzelnen ausgeht, sollte sie auch um die Frage erweitert werden, wie spirituelle Erfahrungen in die Organisation des Staatswesens einfliessen und die Geschichte bestimmen.

Wenn wir daher auch die Rolle von religiösen Riten und initiatischen Kulten für das Gesundheits- und Staatswesen unserer hochkulturellen Vorfahren einbeziehen, so soll dies dem Leser auch eine gelassenere Einschätzung des aktuellen "Booms" der Psychogruppen und "neuen religiösen Bewegungen" mit Heilungsansprüchen ermöglichen als sie uns momentan von sensationsgierigen Medien vermittelt wird.

Wir werden überraschende kulturelle Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten entdecken, die sich durch die ganze Medizingeschichte ziehen: Wie wurde Krankheit überhaupt definiert, welche Bezeichnungen gab es dafür? Was wusste man von der menschlichen Anatomie und Physiologie? Unterschied man zwischen körperlichen und geistigen Krankheiten, wie stellte man sich die 'Seele' vor? Gab es entsprechende Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Typen von Heilerspezialisten oder war ein Priesterschamane für alles zuständig? Würde solches Wissen für Probleme unseres heutigen Gesundheitswesens von praktischem Nutzen sein können?

Letztere Frage beantwortet sich durch die seit dem 19 Jh. wachsende Bedeutung von Phänomenen des Geisterglaubens und Spiritismus, von Besessenheitskulten und Trancemusik, der modernen Okkult-Welle bei Jugendlichen (z.B. Gläser- und Tischrücken), dem Geistheilen, dem Vordringen afroamerikanischer Heilkulte, aber auch durch neue Krankheitsbilder wie die Multiple Persönlichkeitsstörung fast von selbst. Wie wir sehen werden, handelt es sich hierbei um kulturübergreifende, transkulturelle Erlebens- und Krankheitsbewältigungsweisen, deren Sinn die moderne Biomedizin ohne systematische Kulturvergleiche nicht zu erfassen vermag.

Als Vorschau sei soviel verraten: eine Zweiteilung von Heilertypen in Ärzte (mit materiellen Substanzen, z.B. Pflanzen, Mineralien, Tierstoffen arbeitend) und Wahrsager/Geistheiler (vorwiegend mit Symbolen, Ritualen und Gebeten arbeitend) existiert seit Anbeginn der Medizingeschichte! Kam es in einer Epoche zu einem Überwiegen biologischer Vorstellungen, so wurde stets eine Art Gegenbewegung spiritueller Praktiken ausgelöst und umgekehrt: denken wir an den biologischen Materialismus Anfang des 19 Jh.: nachdem man das "Gehirn die Gedanken absondern" sah, "wie die Niere den Urin", traten Bewegungen wie Allain Kardec‘s Spiritismus, des Hypnotismus und des messmerischen Heilmagnetismus auf den Plan. Im 16. Jh. war es Paracelsus, der in Reaktion auf den scholastischen Rationalismus die antike Vier-Elemente- und Säftelehre ablehnte und ihr eine vitalistische Entsprechnungslehre, den Entwurf eines Mikro- und Makrokosmos umfassenden Relationssystems entgegenstellte.Wir begegnen dieser eigentümlichen Dynamik schon zu Beginn unserer Reise, - im alten Griechenland.


Asklepios - Ganzheitliche Kurmedizin der Antike (1. Teil)

Was den chronisch Erkrankten heute Kurort und"Alternativmethoden" bedeuten, das war für den von den 'rationalen Medizin' des Hippokrates ausgesteuerten Griechen der Heilkult des Asklepios. Für seine Recherchen vor Ort besuchte der Autor Überreste von Tempel- und Badeanlagen, Gästehäusern, Theatern, Sporteinrichtungen und Gymnasien der Asklepieia in Epidauros und auf der Insel Kos.

Für die Klienten der Asklepiosheiligtümer standen ihre Traumerfahrungen in der Schlafhalle, dem Abaton (griech: das Unbetretbare) im Mittelpunkt. Dort sollte ihnen im Traum durch eine Erscheinung des Asklepios Heilung zuteil werden. Welche Klienten eher bei einem Hippokraten oder im Asklepieion landeten, läßt sich mangels statistischer Daten aus dieser Zeit natürlich nicht genau sagen. Literatur und archäologische Zeugnisse aus den Asklepieia deuten aber darauf hin, daß dort Gelähmte, Blinde, Stumme, Taube, Wassersüchtige, Frauen mit Kinderwunsch, Gichtbrüchige, Neurotiker sowie Psychotiker anzutreffen waren, also ähnliche Patienten wie beim "Wunderheiler" Jesus.
In seinem Buch zu den 'Wunderheilungen' bemerkte auch der deutsche Archäologe Rudolf Herzog, der ab dem Jahr 1902 die Ausgrabungen in Epidauros leitete, es handele sich aufgrund der komplexen architektonischen Anlagen wohl um eine Art Kurbetrieb, in den in der römischen Zeit auch ärztliche Behandlungen wie Schröpfen, Aderlass, Massagen und Klistiere integriert wurden. Da in den Anlagen sowohl das Gebären wie auch das Sterben tabu war, gab es dafür abgelegen vom heiligen Bezirk eigene Gästehäuser (katagogion), - in Epidauros mit immerhin 160 Zimmern. Bei den Zahlenangaben können wir der Klarheit halber erinnern, dass eine griechische Stadt etwa 3000 Einwohner hatte.

Im Baden-Baden der Antike

Schon aus den Überresten und Inschriften der wenigen, bislang ausgegrabenen Asklepieia lässt sich ein lebendiges Bild des damaligen Kurbetriebes gewinnen. Durch eine architektonische Dramaturgie wurden die Hilfesuchenden auf das Kommende eingestimmt: Noch heute lässt sich bei einem Besuch im 'Baden-Baden der Antike', den grosszügigen Anlagen im Asklepieion von Kos leicht nachvollziehen, wie der Kranke im "Parterre" der stufenartigen Anlage eintrat, sein Opfer vollzog, dann zu den Schlafsälen auf der mittleren Plattform hinaufstieg und über sich stets
den Asklepiostempel auf der obersten Plattform vor Augen hatte.
Im zweitwichtigsten Asklepieion in Epidauros befand sich im 25 Meter langen Asklepiostempel eine 6 Meter hohe Goldelfenbeinstatue, die den Gott sitzend, eine Hand den Kopf einer Schlange berührend darstellt. Daneben sein zweites heiliges Tier, ein Hirtenhund, in dessen Gesellschaft der Gott der Sage nach aufwuchs. Überall waren Bildtafeln angebracht, die von erfolgreichen Heilungen künden. Für Epidauros schildert der Geschichtsschreiber Pausanias sechs Marmorstelen, auf der Insel Delos wurden 97 solcher Bildtafeln gefunden. Die mit deren Botschaften systematisch erzeugte 'Hoffnung' und Enthusiasmus bei den Pilgern haben sich nach einer Untersuchung der Freiburger Parapsychologin Strauch aus den 60-er Jahren und zahllosen späteren Studien über den gesundheitsfördernden Effekt von 'Optimismus' als durchaus 'medizinisch sinnvoll' herausgestellt: das Immunsystem wird dadurch gestärkt und die vegetativen Funktionen, das Wechselspiel des sympatischen (aktivierenden) und parasympatischen (Ruhefunktionen) Nervensystems, ausgeglichen.

Doch folgen wir unserem Kranken ein Stück weiter. Nach seiner Ankunft unterzog er sich am Brunnen einer Reinigung, durchschritt ein Tor mit einem Sinnspruch, sah Skulpturen mythischer Götterfiguren, von Weihe- und Dankgaben Geheilter überquellende Tempel, und brachte das schon erwähnte Opfer dar. Als weitere Zeichen für geglückte Heilungen hingen zahllose Votive von Gliedmaßen, Füßen, Armen mit Händen, Köpfe, Augen, innere Organen, Brüsten und Genitalien an Schnüren. Sein anfänglicher Gemütszustand der Demoralisierung (den die moderne Psychotherapieforschung als 'kleinsten gemeinsamen Nenner' für die Klienten herausgefunden hat) , wich aufkeimender Hoffnung. Weihreliefs zeigten ihm, wie Asklepios den Kranken berührt, ihm ein Heiltrank gibt oder operiert. Auch über die vermutlich allenthalben unter den Kranken kursierenden Geschichten von Traumerscheinungen und Wunderheilungen wurde ein mentales Erwartungsmuster geschaffen, das die vor ihm liegenden Traumerfahrungen mitbestimmte. Gegen Abend wurden die Kranken nun in den Schlafsaal geleitet, wobei sie über die zu erwartenden
Traumgesichte bereits informiert waren: daß ihnen der Gott selbst erscheinen würde, Tiere und Helfer ihn begleiteten.

Kultur als Medizin

Während der Kranke in einem (psychiatrischen) Krankenhaus von den Angeboten der "Kultur" heutzutage vollständig abgeschnitten ist und deren Angebote wie Theater, Sport, Literatur, Konzerte, religiöse Kulte etc. auch als nebensächlich für eine Heilung gelten, hielten es die alten Griechen genau umgekehrt damit: Die Asklepieia waren erstklassige Kulturzentren mit Sporteinrichtungen, Arenen, den besten Theatern des Landes, Bädern und Tempeln. Im Stadion von Epidauros fanden (ähnlich Olympia) z.B. alle vier Jahre die 'Asklepien' statt, sportliche und musische Wettkämpfe, welche Besucher aus ganz Griechenland anlockten. Wenn seit 1954 das als 'beste Freilichtbühne der Welt' geltende Amphitheater von Epidauros jährlich aufs neue tausende von Festivalbesuchern zu den Aufführungen der antiken Dramen anzieht, so erweist sich, was den Griechen die Anlage ihrer Asklepieia wert war: der gelegentlich auch ärmliche Kranke erfuhr hier in 'konzentrierter Form' die Essenz griechischer Hochkultur als Heilmittel. 'Ganzheitlichkeit' wurde also auch als Zur-Verfügungstellen der wertvollsten Elemente einer Kulturepoche verstanden, ein in unserem steril-kalten Krankenhauswesen ganz unbekannter Wirkfaktor.

Nur in manchen europäischen Kurorten aus dem 19. Jh. mit ihren Wandel- und Trinkhallen, Kurtheatern, -bibliotheken und -konzerten, gepflegten Parks und Pavillons hat sich ein Nachklang dieser Errungenschaften der Antike erhalten. Leider lässt unsere Gesundheitspolitik, welche ihre Ausgaben nun auf High-Tech-Medizin konzentriert, die von der Todesangst lebt, diese weltweit einmaligen Heilorte -trotz inzwischen nachgewiesener Effizienz- eingehen oder 'medikalisiert' den vormals auch kulturorientierten Kuraufenthalt.

Umso bemerkenswerter ist es daher, dass das Asklepieion von Epidauros, welches im 4. Jhd. vor Chr. seine Blütezeit hatte, nicht wie viele andere Heiligtümer im 2. nachchristlichen Jhd. einen Niedergang erlebte, sondern sich durch neue Bauwerke und Schenkungen ausdehnte. Erst 30 Jahre nach dem Einfall der Ostgoten unter Alarich, nachdem der heilige Bezirk nochmals mit einer neuen Mauer umgeben wurde, stellte der christliche Kaiser Theodosius II den Kult im Jahr 426 ein.

Die Traumheilungen

Gegen Ende des 4. Jh. v. Chr. wurden auf sechs Marmortafeln des Asklepieions von Epidauros von Priestern 70 Heilungsberichte aufgezeichnet, die uns detaillierte Auskunft über die Geschehnisse in den 'Traumhäusern' geben. Man hat diese "Wunderstelen" auch treffend als Werkzeuge betrachtet, um den Glauben und die Hoffnung der Klienten zu stärken. Sie haben darin eine auffallende Ähnlichkeit mit den sog. Mirakelbüchern, die den Pilgern an süddeutschen Wallfahrtsorten im 18 Jh., nach Krankheiten sachlich geordnet, zum Kauf angeboten wurden. An 25 von 280 bayrischen Wallfahrtsorten fand der Wallfahrtsforscher Kriss solche Aufzeichnungen. Vom Hl. Rasso in Grafrath sind zwischen den Jahren 1444 und 1728 n. Chr. allein 12800 solcher Berichte aufgezeichnet worden, von St.Salvator bei Betbrunn von zwischen 1573 und 1754 n. Chr. über 7900.

Was den Realitätsbezug der Wunderberichte von Epidauros angeht, so sind die Diagnosen wie stumm, blind, lahm etc. auch nach antiken Begriffen laienhaft. Die Heilung zeichnet sich in den meisten Fällen durch Schnelligkeit aus: Ankunft im Heiligtum, Heilschlaf (Inkubation) und Traum, geheilt Erwachen, Abreise. Zur Einschätzung der tatsächlichen Erfolge ist kritisch zu berücksichtigen, daß
- die Aufzeichnungen von den Priestern und nicht den Kranken stammen,
- sie sich auf subjektive Berichte stützen,
- der weitere Verlauf nach Abreise (z.B. Rückfälle) unbekannt bleibt,
- eher symptomatische Prozesse wie Schmerzlinderung, Abgang von Parasiten oder die Öffnung eines Abszesses als Heilung gewertet werden.

Wer waren nun die Patienten und ihre Heilträume an diesen antiken Kurorten? Die Berichte benennen z. B. folgende Störungen:
-Kinderwünsche: die Schwängerung vollzieht sich im Traum durch Berührung des Gottes, durch eine Schlange, die auf dem Bauch liegt bzw. durch den Gott in Schlangengestalt selbst. Da die Schlange transkulturell in Brauch und Mythos als Phallussymbol fungiert, wird die
Schwangerschaft offenbar durch die Aktualisierung eines archetypischen Symbols ermöglicht, das psychophysiologische Prozesse auslöst.
- Chirurgie: Bei vier Klienten wurde im Traum die Bauchhöhle geöffnet und nach Entfernung von Parasiten wieder zugenäht. In seltenen Fällen wurden solche Eingriffe bis Ende des 4. Jh. vom Arzt Praxagoras in Kos tatsächlich ausgeführt. Die 'Traumoperationen' waren jedoch kein Niederschlag operativer Chirurgie, sondern volkstümlichen Wissens über innere Krankheiten.
Zu diesem Fall ist anzumerken, dass Parasiten, Würmer und andere Tiere transkulturell als Metapher für Bauch-, Kopf-, Zahn- und andere Schmerzen (vgl. im Deutschen: stechende, bohrende, nagende, schneidende Schmerzen) dienen. Sofern Traummotive und Handlungen symbolisch diese "Tiere" entfernen, entsprechen sie Erkenntnisen der modernen Placeboforschung: Im Vergleich zu 'wirklichen' Bypass-Operationen hat z.B. schon ein 'Placebo-Schnitt und -naht' eine erhebliche Funktionsverbesserung zur Folge. Die Effekte bei Depressionen und den sog. 'funktionellen Störungen' (z.B. Schmerzen, für es keine fassbaren Laborbefunde gibt) sind noch ausgeprägter.
Gehen wir davon aus, daß die Klienten von Epidauros (ebenso wie Wallfahrtsteilnehmer heute) bereits eine Auswahl 'gläubiger', d.h. leicht beeinflussbarer Personen darstellen, dann sind auch Studien von Interesse, die belegen, daß 70% dieser Personengruppe z.B. Schmerzempfindungen deutlich reduzieren können. Traumerlebnis und Symbolhandlung wirken als Placebos, die gerade bei Symptomen wie Angst, Schmerz, Tachykardie, Fieber, Phobien und Depressionen besonders wirksam sind.

Im nächsten Fall einer Mutter, die für ihre "wassersüchtige" Tochter nach Epidauros kam, zeigt der Bericht ein ganzes Set an Phänomenen, das für Geist- und Fernheilungen typisch ist. Auf einer Stele lesen wir: "Arate von Lakedonien, Wassersucht. Für diese schlief ihre Mutter, während sie selbst in Lakedaimon war, und sieht einen Traum: sie träumte, der Gott schneide ihrer Tochter den Kopf ab und hänge den Körper auf mit dem Hals nach unten; als viel Flüssigkeit ausgeflossen, habe er den Körper abgehängt und den Kopf wieder auf den Hals aufgesetzt. Nachdem sie diesen Traum gesehen, kehrte sie nach Lakedämon zurück und trifft ihre Tochter gesund; diese hatte denselben Traum gesehen."

Bei einer weiteren 'Traumoperation' läßt sich eine typische Technik der Wundererzählung, nämlich die Verschränkung von Wach- und Traumwirklichkeit als Mittel zur Erhöhung der Glaubhaftigkeit, erkennen: "Ein Mann mit einem Geschwür innerhalb des Bauches. Dieser sah im Heilraum einen Traum: es träumte ihm, der Gott befehle den Gehilfen in seinem Gefolge ihn zu ergreifen und festzuhalten, um ihm den Bauch aufzuschneiden: da sei er geflohen, sie hätten ihn ergriffen und an einen Türring gebunden. Hierauf habe Asklepios den Bauch aufgeschlitzt, das Geschwür ausgeschnitten und ihn wieder zugenäht, und er sei aus den Fesseln gelöst worden; und daraufhin kam er gesund heraus, der Fußboden im Heilraum aber war voll mit Blut".

Derart hochsuggestive -eventuell auch paraphysikalische- Phänomene werden vielfach angeführt: z.B. wurde einer Frau von Gehilfen des Asklepios im Traum der Kopf abgeschnitten, den sie aber nicht wieder aufsetzen konnten: "Inzwischen bricht der Tag herein und der Priester sieht im Wachen ihren Kopf vom Leib getrennt". Oder die Geheilten treten am Morgen mit Pfeil- und Lanzenspitzen aus dem Abaton, die ihnen der Gott im Traum aus dem Körper gezogen hatte.

Vor dem Hintergrund unseres heutigen Wissens erscheint auch die Art, wie die Träume therapeutisch eingesetzt wurden, äusserst bemerkenswert: weder wurde im Sinne von Freud eine Traumdeutung betrieben noch nach Jung'schen Archetypen geforscht. Der Patient sollte auch keine Klarträume erlernen (d.h. sich des Träumens bewusst werden, um sich dann z.B. furchterregenden Gestalten zu stellen) oder auch nur lernen, seine Träume zu erinnern. Wie schon erwähnt, wurde vielmehr eine klare Suggestion vorgegeben (Asklepios erscheint und heilt etc.), wobei sich die konkrete Lösung allerdings aus dem Unbewussten des Klienten entwickelte. Diese etwas 'manipulative' Verwendung der Traumfunktion erinnert ein wenig an Hypnose, dennoch bleibt eine Symbolfigur oder auch ein 'Geistführer' der eigentliche Therapeut. Eine solche Technik harrt im modernen Therapiewesen offenbar noch ihrer Wiederentdeckung.

Asklepios - ex oriente lux?

Im 5. Jh. v. Chr. bestanden vielfältige Kontakte hinduistischer und buddhistischer Gelehrter ins alte
Griechenland, - also noch lange bevor wir indische Buddha-Plastiken im hellenistischen Ghandara-Stil finden, - einer Hinterlassenschaft der Invasion von Alexander dem Grossen. Insofern Apollo die Überwindung des erdhaft-weiblichen symbolisiert, steht die Schlange in Form des delphischen Python als unterirdisches Spiegelbild für das ‚höhere‘, des männlich-geistigen Prinzips. Das bis heute verwendete Symbol von Asklepios' psycho-spiritueller Heilkunst, der von zwei Schlangen umwundene Aeskulap-Stab, erinnert allerdings an östliche Quellen: in der Yoga- und Tantratradition werden
die Energieströme (nadis) der Sonnen- und der Mondkraft (ida, pingala) mit der Wirbelsäule als Zentralkanal (shushumna) als aufsteigende Schlangenkraft (kundalini) dargestellt. Mit dem Aeskulapstab identische Darstellungen finden sich an hinduistischen Wallfahrtsorten, - Zufall? Vor allem aber tritt die Schlange -abgesehen vom Medusenhaupt und der Legende vom Chiron (ein Mischwesen aus Mensch und Pferd), der das Wissen der Schlangen um Heilkräuter lehrte- in der griechischen Mythologie selten auf. Wenn wir einmal annehmen, dass die in den Asklepieia gehaltenen heiligen Schlangen nicht nur eine symbolische Rolle spielten, sondern auch aufgrund der bewusstseinsverändernden Eigenschaften mancher ihrer 'Gifte' (engl. gift=Geschenk!), dann könnte das bis heute bekannte Heilwissen indischer Schlangenfarmen schon damals eine sehr konkrete Funktion gehabt haben: Wie jeder Psychotherapeut weiss, können ihre Klienten nicht 'auf Befehl' träumen und erinnern sich oft monatelang überhaupt nicht an Träume. Daher war eine rasche und sichere 'Trauminduktion' eine Grundvoraussetzung für den reibungslosen Betrieb der Asklepieia. Hierin liegt ein noch ungelöster Aspekt dieses Heilkultes. Eine Erklärung könnte darin liegen, dass es die 'Gaben der Schlangen' waren, welche die Aufgabe der 'Trauminduktion' für die Patienten erfüllten und ihren 'Energiefluss' wieder in Gang brachten. Eher unwahrscheinlich ist, dass es sich dabei um die harmlose Äskulapnatter (elaphe longissima) gehandelt hat.

Der Mythos

Wie der Anthropologe Claude Levi-Strauss, ein Begründer des modernen Strukturalismus, in vielen Büchern darlegte, wird die Deutung von Kult- und Alltagswirklichkeit erst verständlich, wenn wir die zugrundeliegenden Schöpfungsmythen und Legenden einer Gesellschaft kennen. Wer also war Asklepios? Im Gebiet von Epidauros wurde er als Sohn des Apollo von Koronis, einer Tochter des Epidaurers Phlegyas geboren. Seine Mutter setzte ihn im Gebirge aus, wo er von einem Hirten gefunden und in Gesellschaft des Hirtenhundes aufwuchs, genährt von einer Ziege. Das 'Ausgesetztsein' und Aufwachsen bei Tieren oder Fremden verbindet Asklepios mit zahlreichen anderen Kulturheroen wie Herkules, Perseus, Jason oder Ödipus. Schon damals erschien das Verwobensein des Kleinkindes in das personale Drama einer leiblichen Mutter für die Entwicklung ethisch verantwortlicher, der Gesellschaft dienender Menschen offenbar abträglich! Ob Amme oder 'Kindermädchen': eine neutrale, aber liebevolle Person schien wichtiger als das heute von einem 'Muttermythos' noch geförderte Umklammern der Kinder. Wie aus Studien zur Persönlichkeit von Ärzten bekannt ist, scheint andererseits ein früh im Leben erfahrenes 'Liebesdefizit' Hauptantrieb zu sein, später anderen 'helfen' zu wollen. Asklepios blieb da keine Ausnahme. Nach anderer Version rettete Apollo seinen Sohn vor dem Flammentod, nachdem er durch seine Heiltätigkeit und Versuche die Sterblichkeit abzuschaffen, mit dem Totengott Hades Ärger bekam.. Der Kentaur Chiron (Mischwesen aus Pferd und Mensch) lehrte ihn, mit Hilfe von Schlangen giftige von heilsamen Kräutern zu unterscheiden.

Für Heilung war neben Asklepios in den Asklepieia ein ganzes Götterteam zuständig: die Göttinnen der Jagd (Artemis) und der Liebe (Aphrodite), der Gott des Schlafes Hypnos, Asklepios' Schwester Hgyieia, -Göttin der Gesundheit-, später auch ägyptische Gottheiten wie Isis, Ammon und Serapis. Der Kranke konnte daher für viele Aspekte seiner 'Problematik' Hilfe von den jeweiligen göttlichen Spezialisten erwarten: Die Tempel und riesigen Götterbilder erweisen, dass die Asklepieia nicht nur Krankeneinrichtungen, sonder ein religiöse Kulturzentren waren.

Hippokrates - Die Vertreibung der Geister (Teil 2)

Während im alten Persien, Mesopotamien und Ägypten empirische und magisch-religiöse Praktiken eng ineinander verwoben waren und auch die "Praktiker" mit Sprüchen, Riten und religiösen Erklärungssystemen arbeiteten, werden Hippokrates' Schriften, das Corpus Hippocraticum (von dem allerdings nicht bekannt ist, welche Teile von Hippokrates selbst stammen) von den Medizingeschichtlern einhellig als Beginn einer naturwissenschaftlichen, auf der Beobachtung von Ursachen und Wirkungen beruhenden Medizin herausgestellt. Von seiner Abstammung her steht der ca. 460 v. Chr in Kos geborene Hippokrates in der Tradition der schon von Homer erwähnten Asklepiaden und des dorischen Stammes der Herakliden. Die historische Rolle dieses Zeitgenossen der Philosophen Plato und Demokrit, welcher die Atomtheorie begründete, umreisst der Medizingeschichtler Völkel so: "Zu welchen falschen Ergebnissen die Naturbeobachtung der Griechen auch führt, entscheidend bleibt, daß die eigene Erfahrung und nicht mehr ein Götterglaube zum Maßstab der Medizin gemacht wird".

Als Ursache und Wirkung werden in dieser bis heute fortwirkenden Medizinauffassung vor allem materielle Faktoren (Körpersäfte, Medikamente, Wetter) und ihre Effekte auf grob-sinnlich wahrnehmbare 'Symptome' verstanden; zeitlich länger auseinanderliegende Symptome, ihr Verschwinden, Wiederkehren etc. blieben naturgemäss unerkannt. Von Beginn an wird hier auch die Möglichkeit vernachlässigt, daß Götter und Geister von den damaligen Volksheilern eher metaphorisch und als heilerisch wirkungsvolle Placebos eingesetzt wurden und für sie deren 'reale Existenz' gar nicht entscheidend war. Eine kritische Distanz zu Religion, Normen und Werten, -was Soziologen auch als "Rollendistanz" bezeichnen- muß auch dem antiken Menschen zugestanden werden. Die endlosen Dispute philosophischer Schulen im alten Griechenland, die Komödien und Streitgespräche zeugen ohnehin davon, dass alles in Frage gestellt werden durfte, wenn auch manchmal nicht ohne Folgen wie wir von Sokrates wissen. Aus moderner, psychosomatischer Perspektive erscheint die hippokratische Lehre allerdings von Beginn an als unbefriedigend für Patienten, deren Befindlichkeitsstörungen aus ihrer Lebensgeschichte, aktuellem Stress oder aus Geburtstraumata resultieren....

Säftelehre und Chirurgie

Bis in das 19 Jh. hinein war die Universitätsmedizin -nach der Neubelebung des über arabische Ärzte überlieferten antiken Wissens an italienischen Universitäten im 12/13 Jh.- von der Säftelehre bestimmt, welche bis heute zahllose Begriffe prägt (Erkältung, Fieber als Erhitzung). Im Buch über alte Heilkunst werden die damals gängigen 'Einheitslehren' -daß nämlich Luft, Wasser oder Erde nur ihre Gestalt änderten, um die anderen Elemente und Erscheinungsformen hervorzubringen- über die menschliche Natur abgelehnt und man ging davon aus, daß "eines nur das andere erzeugen könne, wenn es sich mit diesem mischt". Der Körper bestehe aus drei Stoffen, die sich in ihrer Temperatur voneinander unterschieden ("Wenn man Schleim, Galle und Blut anfaßt, so wird man finden, daß Schleim am kältesten ist"). Im vierten Band der Abhandlung über die Krankheiten werden als Körpersäfte Schleim, Blut, Galle und Wasser genannt. Während die schwarze Galle,- unklar bleibt, was damit gemeint war, eventuell eine schwarze Substanz, die bei Magengeschwüren erbrochen wird- hier als Ursache von Lähmungen, Krämpfen und Melancholie erscheint, gehört sie im Buch "Die Natur des Menschen" zu den natürlichen Körpersäften, von denen jeweils zwei Paare Träger des organischen Gleichgewichts von trocken/feucht und warm/kalt sind. Da diese vier Qualitäten den Organen, Elementen, Jahreszeiten, der Nahrung und -seit dem hellenistischen Arzt Galen- den noch heute geläufigen Charaktertypen (Sanguiniker, Melancholiker, Phlegmatiker, Choleriker) zugeschrieben werden, entsteht eine komplexe Medizintheorie, die heilerisches Handeln als eine Kunst des systematischen Inbeziehungssetzens von Eigenheiten des Menschen (Konstitutionstyp) und seines Lebensraum (Wetter, Jahreszeit, Region etc.) definiert. Das rechte Verhältnis der Säfte zueinander hing nicht zuletzt von den Jahreszeiten und der Lage einer Stadt ab. In Abhängigkeit davon wurden die Heilmittel so gewählt, das sie die Säfte vermehren oder verringern

Obgleich die Vorstellung dämonischer Besessenheit den alten Griechen fremd war, bestand eine Ohnmacht gegenüber den psychischen Krankheitsphänomenen. Da man den Zusammenhang frühkindlicher Misshandlungen mit späteren Störungen (wie andere in grösserem zeitlichem Verzug auftretenden Symptome) noch nicht begreifen konnte, nahm man an, die Götter verführten den Menschen zum Wahnsinn. Plato unterschied vier psychische Störungen, die göttlichem Wirken zugeschrieben wurden: prophetischer Wahn steht unter dem Schutz von Apollo, der initiatische oder rituelle Wahnsinn unter dem des Dionysos, der dichterische unter dem der Musen und der erotische Wahn unter dem Schutz von Aphrodite und Eros.

Über die Anatomie wußten die hippokratischen Ärzte (mit Ausnahme der Schädelöffnungen) wenig mehr als vom Tieropferkult her. Wenngleich es im hippokratischen Eid heisst, 'ich werde nicht das Messer gebrauchen, auch nicht bei Steinleiden, sondern dies den damit erfahrenen Spezialisten überlassen', deuten Funde von Skalpellen, Spezialmessern, Zangen, Scheren, Wundhaken, Pinzetten, Nadeln, Spatel, Knochensägen, Brenneisen und Schröpfköpfe nichtsdestoweniger auch auf eine chirurgische Praxis hin. Schon vor Hippokrates' Zeit besaßen etruskische Ärzte eine hochentwickelte Zahntechnik mit Ersatzzähnen und Brücken. Wie die Funde anatomischer Votive von Köpfen, Augen, Lippen, Ohren, Händen, Füßen, Genitalien und Brüsten aus dem etruskischen Orte Veji andeuten, hatte dort auch eine dem Asklepioskult ähnliche Einrichtung bestanden. Arztfiguren und Behandlungsszenen finden sich auch auf Grabreliefs und Vasenbildern.

Bemerkenswert ist, daß die hippokratischen Ärzte einst die alljährliche Prozession des Asklepiosfestes in Kos anführten. Wie wir bereits sahen, bestand ursprünglich eine enge Verbindung zwischen materieller und kultisch-religiöser Medizinpraxis: Über 40 griechische Ärzte, die ohne jeden Bezug zur kultischen Praxis rein empirisch mit Operationen, Diätetik (Gesundheitsregeln), Klistieren, Massagen, Bädern, kaltem Wasser und Musik bei Geistesstörungen arbeiteten, profitierten vom Charisma des Gottes. Asklepiades von Bithynien, das letzte Mitglied dieser Ärztedynastie praktizierte zur Zeit Ciceros in Rom und hinterließ uns Abhandlungen über Pulsdiagnostik und Atmung.

Während das Wahrsage- (Mantik) und Ärztewesen (Iatrik) seit alters als Betätigungsformen des einen Apollo galten und die religiöse Dimension im hippokratischen Eid noch anklingt ("Ich schwöre und rufe Apollo den Arzt und Asklepios und Hygieia und Panakei und alle Götter und
Göttinen als Zeugen an..."), taucht sie im Corpus Hippocraticum kaum noch auf. Medizin ist fortan die 'Beobachtung von Symptomen'.

Ärztliche Kunst und Prognose

Breiten Raum widmete Hippokrates der Lehre von den prognostischen Zeichen, die den Arzt vor Fehlschlägen schützen bzw. diese vorankündigen sollen. Ähnlich wie heute schulmedizinisch 'unheilbar' Erkrankte Zuflucht bei einem Geistheiler oder der Aufname religiöser Übungen suchen, wurde göttlicher Einfluss nur noch bei einem unheilbaren Verlauf in Betracht gezogen.
Als Todeszeichen galten z.B. hohle Augen, eine Spitznase, eingefallene Schläfen, wenn Augenlider und Lippen runzlig sind, Greifbewegungen im Schlaf, Knirschen mit den Zähnen bei Fieber. Günstig waren dagegen Schweißausbrüche, die von Fieber befreien, Erbrechen von Schleim und Galle. Bei Malaria galt ein heftiges Fieber von Anfang an, Schüttelfrost, Übelkeit, Irre-Reden, Angst und Depression als Todeszeichen, Nasenbluten und Schweregefühl an den Schläfen dagegen als positiv.

Entgegen den Überlieferungen des Asklepioskultes, wo ausschließlich Erfolge berichtet wurden, regte Hippokrates mit der Anlage von Krankengeschichten auch die Aufzeichnung des genauen Verlaufes und von Symptomwechseln an. Das bis heute von Ärzten und Therapeuten praktizierte Schema von Anamnese (Vorgeschichte), Diagnose und Therapie geht auf ihn zurück.

Ein alter Disput...

Von einer Geringschätzung psychologischer Faktoren, die in den religiösen Kulten dominieren, zeugen Anmerkungen über das rechte Verhalten des Arztes: Psychologie bleibt beschränkt auf die Vorbereitung des Krankenbesuchs und auf ein höfliches, bestimmtes und hilfsbereites Verhalten, um ein gutes Vertrauensverhältnis zu sichern. Psychosozial bedingte Störungen wurden offenbar schon von den biologisch orientierten, hippokratischen Ärzten 'medikalisiert' und psychologisches Wissen -wie heutzutage an unseren psychiatrischen Kliniken- als 'Schmiermittel' verwendet, um die fehlende Wirkung macher medizinischen Interventionen zu verdecken.
Stereotype Argumentationsmuster zwischen Schulmedizinern und spirituellen Praktikern entdecken wir schon vor 2500 Jahren in Hippokrates' Ausführungen zur 'unheilbaren' Epilepsie: Im ersten Teil des Buches über diese heilige Krankheit wird eine Polemik gegen den religiösen Volksglauben allgemein und gegen die zeitgenössischen Magier, Sühnepriester und Gaukler im besonderen vorgebracht: der Gedanke, daß es sich bei der Epilepsie um eine göttliche Schickung handle, stamme nämlich nur von ihrer Fremdartigkeit, es gebe aber andere Krankheiten, die ebenso merkwürdig seien, wie z.B. das Wechselfieber, die Raserei und das Schlafwandeln, die man aber nicht für göttlich halte. Vielmehr nähmen Zauberer und Schwindler "göttliche Macht als Deckmantel ihrer Ratlosigkeit, wenn sie nicht wüßten, wie sie den Kranken helfen sollten". Sie behandelten den Epileptiker mit Entsühnen, Besprechen, Speiseverboten und dem Verbot, schwarze Kleidung zu tragen oder hießen ihn auf Ziegendecken schlafen. Durch diese Ratschläge werde aber klar, daß sie selbst die Gottheit ausschalteten, d.h. sie hielten die Krankheit in ihrer Praxis weder für göttlich noch für heilig: "Denn wenn sie durch derartige Riten und durch solche Behandlung beseitigt werden, wie sollten sie dann nicht auch infolge anderer Praktiken dieser Art die Menschen befallen? Dann wäre also nicht mehr Göttliches schuld, sondern etwas Menschliches. Denn wer imstande ist durch Entsühnung und Zauberei ein solches Leiden zu entfernen, der kann es mit anderen Praktiken auch zufügen".

Erstmals in der Medizingeschichte wird hier der Widerspruch von "übernatürlichen Verursachungstheorien" und den nicht bestreitbaren Erfolgen einer psycho-spirituellen Heilpraxis benannt. Zur damaligen Zeit war es mangels psychotherapeutischer Theorien und Forschungsergebnisse (z.B. der Parapsychologie) nicht möglich, die tatsächliche 'Effizienz' dieser Praktiken zu erkennen. Amüsant wirkt auf uns daher die Polemik hippokratischer Ärzte gegen die damaligen Volksheiler: "Wenn der Kranke nämlich wie eine Ziege schreit und mit der rechten Seite zuckt, dann sagen sie, die Gottesmutter sei schuld, wenn er aber noch schriller und lauter schreit vergleichen sie es mit dem Wiehern eines Pferdes und sagen, Poseidon sei schuld; wenn er dabei auch Kot abgehen läßt, was häufig...vorkommt, wird die Krankheit nach der Enodia genannt...Wenn der Kranke Schaum vor dem Mund hat und mit den Füßen um sich stößt, dann ist es Ares...Und nun wenden sie Reinigungen und Besprechungen an und vollziehen, wie mir scheint, eine ganz unheilige und gottlose Handlung. Denn sie reinigen die von der Krankheit
Befallenen mit Blut und anderen derartigen Mitteln, als ob sie eine Befleckung hätten oder von bösen Geistern befallen oder von Menschen verzaubert wären".
Hauptargumente des Hippokrates gegen die damaligen 'Volksheiler' waren folgende:
- Die Magier können selbst nicht an den göttlichen Charakter der heiligen Krankheit glauben
- Sie täuschen den Kranken bewußt durch Sühne- und Reinigungsvorschriften
- Ihre frommen Reden sind in Wirklichkeit unfromm, denn sie beruhen auf der Vorraussetzung, daß die Götter gar nicht existieren
- Durch ihr Eingreifen in die Naturgesetze beweisen die Magier, daß göttliche Macht von menschlicher Vernunft bezwungen werden kann. Daraus sei zu folgern, daß es entweder keine Götter gibt oder diese keine Macht haben
- Die Magier geben als Ursache für jedes Symptom die Besessenheit von einem Gott an, um sich durch möglichst viele Arten von Reinigungen und Besprechungen ihren Lebensunterthalt zu verdienen...
- Die an Sühnungen und Reinigungen gebundenen Vorstellungen, das Auftreten der Heiligen Krankheit und deren Heilung werde von Göttern bewirkt, führte zu der widersprüchlichen Gottesvorstellung, daß Gott als das reinste den Menschen als das Hinfälligste beflecke...

Reservate des Göttlichen

Für die Hippokraten war das Göttliche noch in den vom Menschen nicht beeinflußbaren klimatischen Faktoren präsent. Dabei ging es Hippokrates weniger um eine Art Emanzipation von der Religion, sondern um eine Versöhnung des Göttlichen mit der Physis, dem Materiellen, in deren Gesetzen es sich offenbart.
Eine weitere Pforte blieben Traum und Traumdeutung, wo nun die Hippokraten selbst Göttliches mit menschlichen Maßstäben interpretieren wollten. Man stellte sich die Eigenschaften der Seele als Resultat einer Mischung der vier Säfte vor und gibt ihr 'psychosomatische Funktionen', welche für die hippokratische Heilpraxis allerdings nicht konkretisiert werden: "Wenn aber der Körper in Ruhe ist, dann bewegt sich die Seele und ist wach, sie verwaltet ihr eigenes Haus und führt
Handlungen des Körpers selbst aus". Bemerkenswert ist jedoch, dass Träume Anzeichen für körperliche Störungen sein konnten. Dann wurden sie nach der Logik der Säftelehre behandelt: Träume, welche die Handlungen des Tages fortführen galten als gut, wenn sie in Widerstreit dazu
standen, sei es sinnvoll Erbrechen herbeizuführen, Sport und Morgenspaziergänge zu machen. Träume von Gestirnen seien gut, wenn diese rein und klar zu sehen sind, "wenn die Traumerscheinung feurig und heiß zu sein scheint, bedeutet es Ausscheidung von Galle".

Revitalisierung?
Nur etwa einen Kilometer vom Asklepieion in Kos entfernt liegt die auf Initiative des Chirurgen Spyridon Economou im Jahr 1960 gegründete International Hippocratic Foundation. Jedes Jahr finden hier mehrere Tagungen zur Ganzheitsmedizin statt und man plant ein grosses Konferenzzentrum mit einem angeschlossenen Museum der Medizingeschichte. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sympetro-Gebirges hat sich für das Institut für Wasserchemie und Bäderkunde der Technischen Universität München ein Betätigungsfeld ergeben: es soll die Qualitäten des mit über 50% C aus dem Felsen tretenden Wassers der Empros-Therme für Haut-, Augen-, Atemwegs- und Muskelererkrankungen untersuchen. Momentan liegen Dutzende von Touristen gratis in einem von einigen Felsbrocken abgegrenzten Bereich direkt am Meeresstrand und lassen sich von dem schwefelhaltigen Wasser umspülen.
Wenn sich die seit Asklepios und Hippokrates' Zeiten praktisch genutzten Qualitäten bestätigen sollten, wird es mit dieser Idylle wohl bald vorbei sein und ein kommerzieller Badebetrieb Einzug halten. Vielleicht wird mit diesen Aktivitäten aber auch eine weiterreichende Rückbesinnung auf eine ganzheitliche, bio-psycho-soziale Medizin unserer Vorfahren eingeleitet. Wenngleich Hippokrates die spirituelle Dimension in der Heilkunst ausschaltete, vollzog er aus damaliger Sicht eher eine Arbeitsteilung: wie andere Begründer der abendländischen Philosophie, Kunst und Politik gehörte er zu den Initiaten der eleusinischen Mysterien und wusste um die höhere Bestimmtheit des Einzelschicksals.

Wie wir in der nächsten Folge sehen, waren es die eleusinischen Erfahrungen, welche jenes Gleichgewicht zwischen rationaler „Wissenschaft„, Philosophie, Kunst und politischer Ordnung ermöglichten, das uns an der altgriechischen Kultur bis heute fasziniert und ihre weltweite Wirkkraft wachhält.

Eleusis: Initiatischer Drogenkult und abendländische Kultur (Teil 3)

Noch heute heisst jener Weg, der an den Resten des Eleusinions unterhalb der Athener Akropolis als panathenäischer Festweg beginnt, in seinem weiteren Verlauf zum 22 Kilometer entfernten Eleusis hiera odos, heilige Strasse. Wieviele jener Zehntausende, die sie auf der Nationalstrasse täglich in Richtung Korinth befahren, werden noch ahnen, was in den 2-3000 Initiaten vorgegangen sein mag, die alljährlich diesem ‘Weg nach Eleusis’ folgten? Doch weder die architektonischen Reste in Eleusis noch die geistige Sprengkraft des Kultes beeindruckten mich während meiner Recherche vor Ort mehr als ein ganz unscheinbarer Fund: In einer Felsnische im sog. Plutonium, wo man in einer höhlenartigen Öffnung genau in der Verlängerung des hiera odos den Eingang zur Unterwelt wähnte, lagen frisch dort plazierte Blumen und Weizenähren, - Symbole für Tod- und Wiedergeburt der einstigen Initiaten. Bei einigen Ortsansässigen haben sich offenbar Ahnungen erhalten. Genau über dem Plutonium steht zudem eine christliche Kapelle, die der Gottesmutter Maria als Kornherrin gewidmet ist.

Die kleinen Mysterien

Mit Ausnahme von Mördern konnte jeder Griechischsprechende an den eleusinischen Mysterien teilnehmen, selbst Sklaven. Seit dem Jahre 146 v. Ch. konnten auch alle Männer und Frauen des römischen Reiches teilnehmen, sofern sie des Griechischen mächtig waren. Es handelte sich nicht um eine typische Jugendinitiation, sondern um etwas wie eine Reifungsinitiation, 19 Jahre war die Altersuntergrenze! Die erste Stufe der Einweihungen, die kleinen Mysterien, welche den Initianten zum sog. mystes machten, wurde im Februar im Athener Heiligtum der Demeter in Agrai (das „Wildfeld„) gefeiert. Nach den Studien von Dieter Lauenstein („ Die Mysterien von Eleusis„) sammelten sich die Teilnehmer zunächst im Kronos-Tempel (Gott der Zeit), ihre Kleidung und Kenntnis der Geheimworte wurde geprüft, nach Waschung und Räucherung erhielten sie Gesicht und Handrücken mit weissem Kalklehm bestrichen. Danach führte die Priesterin mit rascher Bewegung eine brennende Fackel um den Leib. In einem Würfelspiel sollte jeder Initiant nun einen Titanen („Erdgebundener„, Mittler zwischen Menschen- und Götterwelt) als seinen Geistführer bestimmen. Die Männer verzehrten rohes Hirschfleich, „Tote„ mit geweissten Gesichtern nahmen den Frauen noch vorhandenen Schmuck ab. Von einem Hermes-Priester geführt schreiten die Mysten später hinauf zum Poseidon-Tempel, vorne die „Toten„ mit Mädchen und Frauen, dahinter die Männer, welche von „Wölfen„ angefallen werden, die mit Dornenzweigen auf sie einschlagen. Es folgen ritualisierte Dialoge und Anrufungen, in denen die Figuren der griechischen Götterwelt auftreten, z.B.
„Tisiphone, kein Mord bleibt ungerochen bei Dir
Megaira, zwingst Übermut ins mass
Alekto, du bringst Vergeltung
ihr drei unterm Schlangenhaar,
reinigt die Welt durch Last;
vermehrt den Mysten die Kraft!„ .

Nach weiteren, der Mythologie entnommenen Ritualen geht „Aphrodite„ hinab zum ‘Tempel der Mütter im Tal’, entzündet ein Feuer neben dem Altar, daneben nehmen Moiren und Erynnien (Schicksals- und Rachegöttinnen) Platz. Von Hermes geführt folgen „Tote„ und Mysten bis zu den sechs zwischen Altar und Tempel stehenden Thronen und er fordert sie auf: „Fraget mit heiliger Scheu nach dem Schicksal des Erdkreises, der Stadt und zuletzt eurer selbst„. Jede der sechs Priesterinnen fragt den Mysten: „Was sahst Du?„ Berichtet der Initiant nichts Ausserordentliches, dann hiess es: „Geh’ zu Pan und würfle bei Deinem Satyrn„ als Wink, dass er sich noch an irdisch-stoffliches klammert und Anregung von aussen benötigt. Sie wiederholen Namen und eigene Deutung ihres ausgewählten Titanen und würfeln ein zweites Mal. Ist es derselbe Heros, dann erwidert der Satyr, auf den Mysten warteten wie auf den heimkehrenden Odysseus ‘viele Freier um seine Seele’, wobei ihm sein Titanen-Heros helfe, seine Seele nicht zu verlieren. Freier im Sinne von Verführern der Seele sind Ehre, Waffen, Macht, Furcht, Verliebtheit und Reichtum.
Wer dagegen Visionen hatte, wird zur Priesterin im Tempel gewiesen, die echte Schau von neurotischen Inhalten zu unterscheiden wusste. Schwelgt der Initiant in Bildern, wird er an die Zauberinnen Kirke und Kalypso erinnert, welche Odysseus von seinem Wege abzulenken versuchten. Die Fragen der Priesterinnen deuten bereits darauf hin, dass sich die Initianten während alledem in einem veränderten, visionären Bewusstseinszustand befunden haben. Erst nach den hier nur skizzierten Einweihungen, den Anthesterien, waren die Mysten im folgenden Jahr zugelassen für den herbstlichen Weg nach Eleusis.

Die „Eleusinien„
Die Durchführung der neuntägigen, am 14. September beginnenden grossen Mysterien in Eleusis, war seit alters ( d.h. dem 16. Jh. v. Ch., Datierung des mykenischen Herdaltars in Eleusis) der Eumolpiden-Familie übertragen. Der Zeitraum erinnert die neuntägige Suche Demeters nach ihrer Tochter Persephone. Zuvor hatten Gesandte in allen griechischen Städten zur Teilnahme eingeladen und eine zweimonatige Waffenruhe verkündet.
Der äussere Ablauf der Eleusinien ist schon deshalb von Interesse ist, da er die intensive Teilhabe der athenischen Gemeinde und aller anderen Städte des Bundes an den Mysterien belegt und demonstriert, wie Öffentlichkeit und „geheime Erfahrung„ rituell miteinander verwoben wurden:
Am 14. des Monats Boedromion (September) begann auf der 'heiligen Strasse' nach einem grossen Opfer der Festzug von Eleusis nach Athen. Am See von Koumounduru, heute ein abgezäuntes Areal gegenüber den Hafenanlagen, warteten athenische Waffenträger, die den Festzug von bis zu 30.000 Teilnehmern über den Kerameikos-Friedhof und den Marktplatz (agora) bis zum Eleusinion-Tempel unterhalb der Akropolis geleiteten. Zuletzt wurde die Ankunft der Demeter offiziell hinauf an die Athena-Priesterin auf die Akropolis gemeldet.
Am 15. verkündet der oberste politische Beamte der Stadt den offiziellen Festbeginn und ruft zur Teilnahme auf, die nur Heiligtumsschändern und Mördern verwehrt war. Die Mysten stehen in weissen Gewändern abseits der Menge.
Am 16. ertönt der Ruf "Auf, ihr Mysten!", welche zu einer rituellen Reinigung zum Meer hinabziehen. Jeder Myste opfert ein mitgeführtes Ferkel.
Am 17. werden im Eleusinion weitere Tieropfer dargebracht und Gebete für die Ratsversammlung, das Volk von Athen und die Vertreter anderer Städte gesprochen, die ihrerseits Opfergaben mitbrachten. In der Vorhalle entnimmt jeder Myste einem von der Demeterpriesterin gehaltenen Korb einen in Holz gearbeiteten Mutterschoss, hebt ihn hoch und legt ihn im Nebengemach in einen anderen Korb, den eine junge Priesterin Hekates auf den Kopf hebt. Nach kurzer Meditation soll er ihn in die erste kiste zurücklegen, Symbol für die in Eleusis angezielte ‘Empfängnis von oben’ oder ‘geistige Geburt’.
Am 18. zog für Asklepios eine Prozession durch Athen, die Mysten blieben zuhause.
Am 19. kehren die Teilnehmer, angeführt von den Oberpriestern aus Eleusis, und zwei Priesterinnen mit den Körben auf dem Kopf, mit Myrten bekränzt und einen aus Zweigen geflochtenen Bakchos-Stab in den Händen haltend, nach Eleusis zurück; am See von Koumandouru erhielten sie diesmal gelbe Fäden um Hand- und Fussgelenke, Schutz vor allen negativen Kräften. An allen Heiligtümern entlang des Weges werden Hymnen gesungen. Wenige hundert Meter vor dem Eingang nach Eleusis kreuzten die Mysten eine schmale Brücke, wo sie von verhüllten Gestalten allerhand derbe Wahrheiten gesagt bekamen ohne sich verteidigen zu dürfen. An den Propyläen des heiligen Bezirks angekommen, führten Mädchen am Kallichoros-Brunnen, an dem Demeter getrauert hatte, Tänze auf.
In der Nacht vom 20. zum 21. ziehen die Mysten nach einem Stieropfer in das Telesterion, die Einweihungshalle. Als Gabe der Eumolpiden-Priester erhalten sie kleine Brote und einen grossen, aus Gerste und Weizen gebackenen Brotlaib (pelanos) gereicht. Zuvor nahmen sie bereits aus einem Ritualgefäss (kymbalos) einen LSD-ähnlich wirkenden Trank (kykeon) zu sich, der mit Mehl, Wasser und Minze versetzt war. Nach dem Ruf 'fern die Nicht-Eingeweihten!' haben sich danach aus einer durch den halluzinogenen Trank hypersensibilisierten Wahrnehmung und rituellen, über Gesänge, Töne und Dialoge vermittelten Visionen der Schrecken des Hades mit nachfolgendem gleissendem Licht, das Erscheinen Persephones, Aufbruch des Triptolemos als Kulturheroen zu den Menschen- jene Erfahrungen entwickelt, von denen Sophokles schrieb: "Dreifach glücklich sind jene unter den Sterblichen, die, nachdem sie diese Riten gesehen, zum Hades schreiten; ihnen allein ist dort wahres Leben vergönnt. Für die übrigen ist dort alles schlimm". Ähnlich äusserte sich der Dichter Pindar: "Wohl ist im Tode versehen, wer unter Wissen eleusinischer Wahrheit in die Gruft steigt". Und der römische Staatsmann Cicero verlautet: "Wie schon der Name Initiation sagt, haben wir durch sie Zugang zu den Grundlagen des Lebens, nicht nur den Ausblick auf ein irdisches Leben in Freude, sondern auch auf ein Sterben mit besserer Hoffnung".
Am 21., dem 'Tag danach', folgen weitere Kulthandlungen, die 'heilige Hochzeit von Zeus und Demeter', repräsentiert von der Oberpriesterin und dem Hierophanten. Es wird alfi, die Gerstenähre, Symbol des fortdauernden Lebens gezeigt und danach aus einem von Priesterinnen auf dem Kopf getragenen Behältnis, der ‘kiste’ heilige Objekte, vermutlich Genitalien enthüllt.
Am 22. wird der verstorbenen Mysten gedacht. Aus besonderen Gefässen (plemochoes) wird ein Trank nach Osten und Westen versprengt. Einige opfern ihr weisses Mystengewand der Göttin, andere schneidern daraus Kleidung für die Kinder, da der Stoff vor Krankheit und Übel schützen sollte.
Am 23. erfolgt schliesslich die Rückkehr nach Athen und am 24. wird im Eleusinion-Tempel über Vergehen geurteilt, zu denen es in der Zeit der Mysterien gekommen war.

Die grossen Mysterien

Die äusserlich beobachtbaren Vorgänge während der nächtlichen Initiation lassen sich nach Lauenstein aus den sog. homerischen und orphischen Hymnen, Abschnitten aus Homer‘s Ilias und Odyssee, Stellen in Apuleius‘ Metamorphosen etc. rekonstruieren. Danach oblag die Leitung von Szenen aus der griechischen Mythologie und Götterwelt, welche nach Lauenstein zu den Mysterien gehörten, drei Priestern (Hierophant, Herold, Fackelträger), sowie zwei Priesterinnen für Demeter und Artemis. Ferner wirkte ein 8-12-jähriger Ministrant als ‚Knabe vom Herd‘, der die Feuerstelle im Anaktoron, dem ältesten Teil des Telesterions zu versorgen hatte. Als Musik gab es Bläser, welche das Element Luft darstellten, Saiteninstrumente für Wasser, ferner Zimbeln und Becken mit tiefem Klang. Da die Architektur aufgrund des ‚Säulenwaldes‘das Telesterion als Theaterraum ungeeignet macht, handelt es sich bei den von Lauenstein meisterhaft rekonstruierten Szenen wohl eher um Episoden, welche jene inneren Visionen anregen und führen sollten, die der Genuss des kykeon bei den Initianten auslöste. Wann dieser eingenommen wurde ist noch ungeklärt. Das Mischen des Trankes in einem besonderen Gefäß, dem kernos, bildete eine eigene Zeremonie. Ein im Museum von Eleusis gezeigtes Gefäss besteht aus einer zentralen Schale und darum herum angeordneten Näpfchen., in denen sich tierische und pflanzliche Produkte befanden, die alle im Detail bekannt sind. Der kernos wurde von kernos-Trägerinnen tanzend auf dem Kopf balanciert.

Nach ihrer Ankunft schritten die Initianten in den ersten Hof der Anlage, wo ihnen die Regeln verlesen wurden (z.B. das Anaktoron nicht zu betreten). Vermutlich wurde hier oder vor dem Einzug in das Telesterion der Becher mit dem kykeon geleert. Nachdem auch der Hierophant getrunken hatte, warteten die bis zu 3000 Initianten auf ihre Visionen, welche von dem Auftreten griechischer Göttergestalten gefördert und strukturiert wurden. Die Szene des Verlesens wurde später in einem Wandgemälde in der ‚Villa dei Misteri„ in Pompeji, wo reiche Familien die Mysterien nachstellten, eindrucksvoll wiedergegeben.

Im Vorhof sehen die Mysten nun Demeter als um den Verlust ihrer Tochter trauernd neben dem Kallichoros-Brunnen sitzend. Demeters Magd Jambe tanzt nackt ‚den Rückweg des Menschen zu seinem Ursprung‘, der Empfängnis. ‚Tote‘ treten auf. Demeter entfernt sich, und als ihr die Initianten folgen wollen, wird hinter der Mauer zum nächsten Hof eine Steinlawine ausgelöst, die über den Weg donnert. Mit dem Ruf ‚Mut ihr Mysten!’ leitet nun der Fackelträger die Schar ins Innere der Anlage, vorbei am Kriegsgott Ares, der als ‚Steinwerfer‘ oben auf dem Felsen erscheint, an Demeter, die als Antaia (Gespenstische) verhüllt sitzt und den Moiren, den Schicksalsgöttinnen.

Vor dem Tor der Einweihungshalle, dem Telesterion, sitzt die Göttin Rheia in ein Trauergewand gehüllt, während die Moiren sie umtanzen. Als sie in das Telesterion eintritt, folgen ihr die Mysten und Prometheus, der Lichtbringer erscheint. Von Fackeln schwach erleuchtet, suchen sich die Mysten auf den steinernen Stufen der 54 mal 54 Meter grossen Halle ihre Plätze. Nahe des Anaktorons sitzt der Hierophant (‚der die heiligen Zeichen zeigt‘), in der rechten Hand einen Rohrstab, in der linken eine goldene Gerstenähre.
Im weiteren singen nun die verschiedenen Gottheiten des griechischen Pantheons von ihren Eigenschaften und Taten, die Zahlen eins (Urgrund) und zwei (Erscheinungswelt) treten als kämpfende Personen auf. Zu dieser Phase des Rituals gehört auch, dass der Hierophant Gaia, die Erdgöttin, köpft und ihr mit Schlangenhaaren versehenes Haupt auf das Herdfeuer des Anaktorons legt.
In der letzten Phase erscheint der ‚Knabe vom Herd‘ mit der Asche des Gaia-Hauptes und die Initianten besingen Adonis, den Sohn von Persephone. Ein Jüngling, der die gefallenen Krieger symbolisiert, wird unter Gesängen wieder zum Leben erweckt („Hephaistos, kräftige die Form, wärme den Leib!„), Hermes reicht ihm sein Schwert zurück und bittet für eine friedliche Zukunft ‚werde Schwert hier zum Pflug!„
Zuletzt verlässt die Prozession das Telesterion und wird von Satyrn fröhlich empfangen. Vor der Grotte des Plutoniums sitzt Demeter nun in Weiss gekleidet und der Hierophant wird zu ihrem Priester. In Gesängen werden die Mysten, nun Sehende (epoptes) genannt, zuletzt ermahnt, „von ihren Schätzen„ (Weisheit und Wissen) anderen abzugeben. Im Morgengrauen machen sich die Initianten dann in Gruppen auf den Heimweg nach Athen.

Der Mythos
Den eleusinischen Mysterien liegt ein Mythos vom Typ der initiatischen Unterweltsfahrt zugrunde: Von alters her glaubten die Griechen, dass die Fruchtbarkeit der Landschaft um Eleusis dem Wirken der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter zuzuschreiben ist. Im homerischen Epos heisst es hierzu, dass ihre Tochter Persephone eines Tages unbeschwert auf einer blühenden Wiese Narzissen pflückte, als sich die Erde öffnete und sie von Hades, dem Herrscher der Unterwelt geraubt wurde. Noch heute zeigen die Bewohner von Eleusis als Ort dieses Geschehens zwei Höhlen neben dem Telesterion. Am neunten Tage ihrer Suche nach Persephone kam Demeter unerkannt in Gestalt einer Greisin nach Eleusis und liess sich am Brunnen Kallichorus nieder. Der König nahm sie in seinen Palast auf und Demeter wurde die Erziehung seines Sohnes Demophoon übertragen. Tagsüber salbte sie ihn mit Ambrosia, nachts hielt sie ihn über ein Feuer, um ihm göttliche Unsterblichkeit zu verleihen. Eines nachts von Demophoons Mutter dabei überrascht, gab sich Demeter als Göttin zu erkennen und liess sich vom Volk einen Tempel errichten. Doch ihr fortwährender Zorn wegen des Verlustes ihrer Tochter liess die Äcker um Eleusis verdorren bis selbst die olympischen Götter unruhig wurden und ihr Bote Hermes in die Unterwelt hinabstieg. Er handelte mit Hades einen Kompromiss aus: acht Monate sollte Persephone künftig bei der Mutter weilen, die vier übrigen Monate als Gemahlin bei Hades. Als Dank für die Hilfe der Eleusinier und die wiedergewonnene Tochter lehrte Demeter sie die Mysterien, welche den Bewohnern künftig materiellen Wohlstand und geistige Entfaltung bringen sollten. Den Sohn des Königs Keleos, Triptolemos machte sie zum Lehrer des Ackerbaus.

Thema des Mythos ist die Individuation durch Lösung aus mütterlich-festhaltenden Energien, was für die Initianten erlebnismässig auf dem Wege einer 'zweiten Geburt' (Hinabsteigen in die Erde, Begegnung mit Tod und Urgewalten, Rückkehr ans Licht) geschieht. Vielfach wurde dieser Mythos, der viele Seiten von Homers Odyssee füllt, als die ergreifendste und schönste Schöpfung der griechischen Geisteswelt gepriesen. Goethe liess sich von ihm zu Faust’s ‘Gang zu den Müttern’ inspirieren.

Das Geheimnis der Wandlung

Als mit dem Beginn der Hexenverfolgungen Wesen und kulturgeschichtliche Funktionen sakraler Pflanzendrogen in Europa verunglimpft wurden, mag uns die Annahme, dass wir das Morgenrot unserer höchsten Ideale wie Demokratie, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und manches griechische Meisterwerk bildender und darstellender Kunst, Erfahrungen unter Drogeneinfluss zu verdanken haben, geradezu frevlerisch erscheinen. Wir sollten uns aus anerzogener Artigkeit jedoch keine Denkverbote auferlegen lassen und einräumen, dass Geistesklarheit und Ästhetik, wie wir sie an den Griechen so gerne bewundern, nur entstehen kann, wenn zuvor der 'innere Hades', verwirrende, gewaltvolle und oft dämonische Erfahrungen im Verlauf des Geburtsprozesses, durchschritten sind. Aufgrund seiner Erfahrungen bei Psychotherapien mit LSD und der holotropen Atemarbeit hat Stanislav Grof einen spontanen, dem Geburtsprozess folgenden Erlebensablauf gefunden, der für die altgriechischen Initiaten offenbar ganz bewusst rituell inszeniert wurde: Phasen einer unentrinnbaren, ewig währenden Höllenpein und Ausweglosigkeit, dämonische Kämpfe, Zernichtung des Ich, Ersticken und Todeserfahrung, bis hin zu explosionsartiger Befreiung und Licht. Ein Text des athenischen Redners Themistios besagt jedenfalls, dass die Initiaten im Telesterion nach ‘mühevollem Umherschweifen in völliger Dunkelheit, Grauen, Schweiss und Entsetzen erfuhren bis ihnen ’ein wunderbares Licht erschien, reine Gegenden und Wiesen, wo Klänge und Tänze und ehrfurchtgebietende heilige Töne, Worte und Erscheinungen ihnen begegneten’.

Die kulturvergleichende Bewusstseinsforschung belegt, dass vor Beginn der Kolonialkriege und
der Inquisition religiös strukurierte Drogenkulte weltweit verbreitet waren und den erfahrungsmässigen Urgrund kultureller Institutionen bildeten. Wie war die Situation im alten Griechenland? Aufgrund eher spekulativer Annahmen über einen Geheimcode hinter den Angaben betreff der Zutaten zum kykeon hatte schon Robert Graves vermutet, dass es sich dabei um Fliegenpilze gehandelt habe. Aufgrund der aus anderen Drogenritualen bekannten Erlebensweisen und der Tatsache, dass eine Vielzahl von psychotropen Drogen den eleusinischen Mythos umrankt (Abbildungen der Demeter mit Mohnkapseln, Persephones Einstieg in die Unterwelt nach dem Pflücken von Narzissen - (griech.:narkos=Schlaf, narkotisch)-, das Impotentmachen des eleusinischen Hierophanten mittels Schierlingstrank- hält auch der Psychologe Wolfgang Schmidbauer (Halluzinogene in Eleusis? In: Antaios X, S. 18-37;1969) den Halluzinogengebrauch für möglich. Er vermutet eher die Steppenraute (peganum harmala), die überall als Unkraut wächst und hält den Fliegenpilz schon deshalb für unwahrscheinlich, da es den Priestern von Eleusis "schwer gefallen sein dürfte, mit der nötigen Regelmässigkeit die notwendigen Dosen für die rund 2000 Mysten herbeizuschaffen". Zudem bewirkten sie weniger klare Visionen , sondern Müdigkeit, leichte Euphorie und nur gelegentlich farbige Visionen.

Auch die vielfach geäusserte Skepsis, dass auch noch so eindrucksvolle Rituale und Zeremonien nicht in der Lage seien, in einer einzigen Nacht derart tiefgreifende und fortwirkende Erlebnisse auszulösen, wie sie einhellig und über mehrere Jahrhunderte hinweg von den eleusinischen Initiaten angedeutet wurden, spricht dafür, dass hier Substanzen zur Anwendung kamen, welche das innere Erleben der Initiaten intensivierten.

Heilige Pflanzen im alten Griechenland

Fundierte Beweise für diese These erbrachte erst eine minutiöse Analyse des altgriechischen Schrifttums durch den Altphilologen Carl A.P. Ruck, welche im Buch 'Der Weg nach Eleusis" publiziert wurde. Er weist zunächst darauf hin, dass im Zentrum der vorgriechischen Ackerbauvölker die Fruchtbarkeit der Frau und der Zyklus von Tod und Wiedergeburt in der Pflanzenwelt steht. Hauptereignis dieser Religionen war die 'heilige Hochzeit', die Vereinigung der Oberpriesterin mit einem Vegetationsgeist, der sowohl als Gemahl wie als Sohn erscheint. In Eleusis ist es Triptolemos, der mit der Gerstenähre das auferstandene Korn, die Wiedergeburt symbolisiert, eine Version des Dionysos-Kultes. Ruck legt nun zahlreiche Indizien dafür vor, dass jenem Trank kykeon ein starkes Halluzinogen beigegeben war:
- Im Zusammenhang mit der Zubereitung von Weinen, die für das symposion (private Gelage)
oder religiöse Anlässe, insbesonders solche zu Ehren des Dionysos, 'gemischt' wurden, hatten die Griechen ein umfangreiches Drogenwissen. Manche Weine konnten nur in 20-facher Verdünnung genossen werden. Es gab einen eigenen 'Rauschmeister' (symposiarchos), der im Rahmen von Mischzeremonien in eigenen Gefässen (krateres) berauschende Kräuter zusetzte und so das 33Trunkenheitsniveau eines Symposiums gleichsam steuerte. Wenn es dem Wein an 'Blume' mangelte, war dies damals wörtlich zu verstehen......
- Berichte künden davon, dass die für sakrale Zwecke verwendeten Weine noch stärker waren und schon zwei Becher unverdünnt getrunken, zum Tode führen konnten. Sogar halluzinogene
Qualitäten sind belegt: Bei den erwähnten Anthesterien, dem Fest zu Ehren des Dionysos, wird von einer im Wein enthaltenen Droge gesprochen, die für das 'Öffnen der Gräber' und die 'Rückkehr der abgeschiedenen Geister' verantwortlich war.
- Für die beiden Mysterien im Februar und im September, welche einmal um die Unterweltsfahrt und dann um die Wiedergeburt zum Licht kreisten, wurden zwei verschiedene, diese Welten repräsentierende Drogen eingesetzt: Für die kleinen Mysterien ist -anknüpfend an das Pflücken der Narzissen durch Persephone- von einer 'Winterzwiebel' die Rede, von der Ruck allerdings annimmt, dass sie eine metaphorische Bdeutung hat und eher einen Pilz (mykes) symbolisiert. Die Silbe mu ist in mykenischen Piktogrammen mit einem Stierkopf assoziiert und man sprach in einem Wortspiel auch von ‘Pilzgebrüll’ statt ‘Stiergebrüll’. Der Gebrauch psychedelischer Pilze war den Griechen jedenfalls wohlbekannt und ‘Stiergrüll’ ist ein Motiv zu Orten, wo mänadische Frauen ihre nächtlichen Rituale abhielten....
- Deutlicher sind die Angaben zu den grossen Mysterien in Eleusis: nach der homerischen Überlieferung lehnte Demeter den von Metaneira angebotenen Wein ab und "erklärte, Wein wäre ein Sakrileg. Stattdessen bat sie , sie solle ihr Gerste und Wasser mit zarten Blättern von glechon (Minze) zum Trinken vermischen„. Auch heute ist der Alkoholgenuss vor der Einnahme psychedelisch wirksamer Pflanzen bei allen damit erfahrenen Ethnien tabu, z.B. bei den ayahuasca-gebrauchenden Stämmen und Kirchen in Südamerika. Der Bestandteil glechon wurde als kaum psychoaktive Minze identifiziert, die als Aphrodisiakum und Abtreibungsmittel galt. In der Mythologie ist die Minze (mentha) Gattin des Hades, welche von Demeter aus Eifersucht um Persephone zerstampft wird.
- Einen ersten Hinweis auf den psychoaktiven Bestandteil gibt der Mythos selbst, der um die Getreidesaat als Symbol der Wiedergeburt kreist. Auf dem eleusinischen Relief im Athener Nationalmuseum erscheint Triptolemos, der „Getreidebringer„ als Sohn und Liebhaber der beiden Göttinnen Demeter und Persephone. Nach einem anderen Mythos betrank sich Demeter mit Nektar, wurde von Iason begattet und gebar Pluto, den Gott des Reichtums (im Sinne des aus der Erde/Unterwelt emporwachsenden Getreides). Vom kultivierten Getreide glaubte man, dass es sich bei falschem Anbau wieder in seine Urform, das „Rauschgras„ aira
(Lolium temulentum) zurückentwickle, welches regelmässig von einem Pilzgewächs, dem Mutterkorn (clavizeps pupurea) befallen ist. Die Gerste wurde als besonders anfällig dafür angesehen. Mit der zeremoniellen Einnahme von aira vollzogen die Initianten von Eleusis nun selbst die Passion Persephones und Demeters, den Abstieg in die Erlebniswelten des Hades und Rückkehr zum Licht. Interessanterweise wurde das pilzbefallene Gras im alten Griechenland auch in der Geburtshilfe eingesetzt, wo die Dialektik von Tod (erlebnismässig und früher tatsächlich!) und (Wieder-) Geburt von jeder dafür offenen Frau erfahren werden kann.

Initiation und Kulturentwicklung
Von dem über 2000 Jahre lang bedeutendsten Initiationszentrum des Abendlandes gingen bis heute gültige philosophische Einsichten aus (z.B. hinter der sichtbaren Welt stehende 'Ideen' nach Plato, - Grundlage für die Suche nach wissenschaftlichen 'Gesetzen'), aber auch architektonische Formen (z.B. 'klassizistische' Repräsentations- und Museumsgebäude in aller Welt) und Ästhetik (pythagoräische Relationslehre), das von den Vereinten Nationen geförderte demokratische Staatsmodell, die Errungenschaften der Biomedizin (nach Hippokrates), die natürliche Darstellung des menschlichen Körpers und das Ideal der umfassenden humanistischen Bildung.
Die fundamentale Bedeutung der eleusinischen Initiation für die Kulturentwicklung des Abendlandes ist bisher unerforscht. Dafür müssten die Lebensläufe altgriechischer Protagonisten aus Politik, Kunst, Militär und Medizin auf ihre Wandlungen und leitenden Ideen nach ihrer Initiation studiert werden. Bemerkenswert ist immerhin, dass für die Demokratie weder gekämpft wurde, noch es eine Theorie gab, sondern sich die Athener Bürger ihrer quasi erst bewusst wurden als sie nach Solon’s Versöhnungswerk zwischen Adel und Bauertum unter Perikles voll erblüht war, - beides eleusinische Initiaten. Das Wort Demokratie setzte sich dann in den 30-er Jahren des 5.Jh. in Athen rasch durch. Eleusische ‚Späteffekte‘ sind dann die massgeblich von Freimaurern (als Beispiel der zu Beginn der Renaissance wiederauflebenden Initiationszirkel) geleistete Wiederbelebung demokratischer Prinzipen und die Verkündung der Menschenrechte nach dem amerikanischen Bürgerkrieg und der französischen Revolution im 17/18. Jh.


Literatur:

Bleicken, J., 1994, Die athenische Demokratie. Paderborn: Schöningh
D. Lauenstein, 1987, Die Mysterien von Eleusis. Stuttgart:Urachhaus.
Kerenyi, K., 1962, Die Mysterien von Eleusis. Zürich
Wasson, G., Hofmann, A. & C. Ruck, 1990, 'Der Weg nach Eleusis". Frankfurt:Suhrkamp.

Bücher von Walter Andritzky:

- Schamanisches Heilwissen

- Traditionelle Psychotherapie und Schamanismus in Peru

- Schamanismus und rituelles Heilen im Alten Peru, 2 Bde.

- Vielfalt in der Therapie

- Alternative Gesundheitskultur. Eine Bestandsaufnahme und Teilnehmerbefragung.

- Wege zur Psychotherapie